Wie Phönix aus der Asche
Fußballdeutschland staunte nicht schlecht, als Scholle Püttmann Anfang Januar den FC Honnom übernahm. Der beleibte Medienmogul, der einst selber die Schlappen für den FC geschnürt hatte, kündigte großspurig an, den Club innerhalb der nächsten zwei Spielzeiten in die neunte Liga zu führen. Seitdem herrscht eine noch nie dagewesene Aufbruchsstimmung beim FC. Nach Jahren des Mittelmaßes erhoffen sich die desillusionierten Fans eine neue Ära.
Kommen und Gehen
Als erste Amtshandlung verpflichtete Püttmann den bosnischen Trainer Mihdet Zero, der in den 80er Jahren in einem seiner Werbespots für fluorizierendes Haargel mitgespielt hatte. Zero steht für bedingungslosen Angriffsfußball. Püttmann ließ sich nicht lumpen und stellte 300.000 (!) Euro für die Verpflichtung von 19 Spielern bereit.
Gewinner und Verlierer
Der 19-jährige dänische Mittelfeldzauberer Laust Appel gilt als Liebling des Trainers und dankte beim 10:0 Kantersieg gegen Grün Weiß Pankow das in ihn gesetzte Vertrauen mit drei Toren. Auch Andreas Kuba schaffte durch gute Trainingsleistungen den Sprung in die erste Mannschaft. Schlechte Zeiten kommen anscheinend auf Camorani und Rinne zu, die zuletzt nur noch zweite Wahl waren.
Stärken und Schwächen
Der stärkste Mannschaftsteil beim FC ist zweifelsohne der Angriff. Hier hat Trainer Zero die Qual der Wahl.
Wenig konkurrenzfähig hat sich in den letzten Testspielen der zweite Anzug präsentiert. Fraglich, wie man verletzungsbedingte Ausfälle aus den eigenen Reihen insbesondere in der löchrigen Defensive kompensieren will. Abzuwarten bleibt außerdem, wie sich die Leistungsträger im Mittelfeld entwickeln werden. Böse Zungen werfen Zero vor, in diesem Mannschaftsteil überalterte Spieler verpflichtet zu haben.
Die Mannschaft
Im Tor gilt die brasilianische Krake Robson Rezende als gesetzt. Heimlicher Abwehrchef ist Hasso Niedermayer, Neffe des ehemaligen Bayernprofis Kurt Niedermayer, wenngleich Filipe Pedrogao nominell den Part des Innenverteidigers spielt.
Im Mittelfeld ist „Capitano“ Alvarado, der momentan noch einen Muskelbündelriss auskuriert, mit seiner langjährigen Erfahrung der unumstrittene „King of the ring“. Nello Bassi, der von der Spielanlage an seinen Landsmann Totti erinnert, lenkt das Spiel. Jerome „Freddi“ de Rudder spielt direkt hinter den Spitzen und genießt nach vorne alle Freiheiten. Auf dem rechten Flügel ist Raul Charro aus dem Land des Europameisters gesetzt. Konkurrenz herrscht momentan noch auf der rechten Außenbahn, nachdem Camorani wegen pomadiger Trainingsleistungen seinen Stammplatz verloren hat. Es bleibt abzuwarten, ob sich Appel oder Stikuts auf dieser Position durchsetzen werden.
Im Sturm haben der slowenische Hexer Carli Mulej und Andreas Kuba momentan die Nase vorn. Doch sie spüren in jeder Trainingseinheit den Atem von Müslüm „Müsli“ Gögem und Lasse Rinne. Albert Andreas Mierzwa sollte sich wohl am besten eine Dauerkarte für die Tribüne anschaffen.
Trainer und Umfeld
Die Erwartungen sind hoch nach den höchsten Investitionen der Vereinsgeschichte. Es bleibt abzuwarten, wie der als aufbrausend und überaus ungeduldig geltende Präsident Püttmann mit Trainer Zeros Aussage umgehen wird, dass es durchaus ein Jahr dauern kann, bis der Mannschaft sein taktisches Konzept in Fleisch und Blut übergegangen ist.
Die größte Explosionsgefahr herrscht im Sturm, da nur zwei von vier nahezu gleichwertigen Angreifern auflaufen können.
Der „Devizzi“ – Skandal hat zusätzliche Unruhe in den Verein gebracht. Nur wenige verstehen, warum der italienische Mittelfeldspieler bereits einige Wochen nach seiner Verpflichtung wieder vom Hof gejagd wurde.
Fazit und Prognose
Was die Mannschaft an guten Tagen zu leisten im Stande ist, hat man beim 3:2 Sieg gegen SV Traktor Gehtnichan gesehen. Wenn es gelingt, die Doppelbelastung mit Liga und Expertenrunde wegzustecken und man von größerem Verletzungspech verschont bleibt, ist der Aufstieg nicht unrealistisch. Platz 3 gilt als Pflicht.
So wollen Sie spielen
Rezende – Niedermayer, Pedrogao, Walgels – Charro, Alvarado, Bassi, de Rudder, Stikuts (Appel) – Mulej, Kuba

Wenn die Qualität des Kaders jenem des Textes und der Einsatz der Jungs auf dem Platz dem von Scholle Püttmann nur annähernd entsprechen, wird der FC Honnom die Saisonziele sicherlich erreichen. Ich habe beim letzten spirituellen Aufeinandertreffen mit Manager Bergfred die Vereinsglaskugel der Holstenboys mißbraucht und in die Zukunft des FC Honnom geblickt. Das sieht nicht düster aus…
Viele Grüße Aeneas
(Vereinswahrsager der Holstenboys)